Spoon: Erfahrungen im Einsatz
9. Mai 2011 1 Kommentar
Die ersten Erfahrungen weckten schon einiges an Neugierde, also wurde das Produkt mal etwas ausführlicher unter die Lupe genommen. Gute Voraussetzungen: Beim Hersteller stehen Spoon-Server und Spoon-Studio als Trialversionen zur Verfügung, zudem gibt es öffentliche Spon-Anwendungen, die jeder als Freeware nutzen kann.
Letzteres kann sowohl privat als auch kommerziell genutzt werden, eine Vielzahl Spiele für den privaten Zeitvertreib, diverse Anwendungen aus allen Bereichen für den kommerziellen Einsatz. Allen ist gemeinsam, dass sie immer in einer Sandbox laufen, also die lokale Maschine nicht beeinträchtigen. Da ich hier vorrangig kommerziellen Einsatz betrachte: Alle gängigen Internet-Browser stehen zur Verfügung, jederzeit kann z.B. die erstellte Web-Seite unter einem beliebigen Browser getestet werden.
Interessant war natürlich nun, wie man Spoon im Unternehmen nutzen kann, also mit eigenem Spoon-Server. Meine letztlich geäußerte Befürchtung, dass das Preismodell eher abschreckend wirkt, ist offenbar erhört worden. Die Preise sind jetzt realitätsnah und nachvollziehbar. Der Spoon-Server wird jährlich nach Anzahl der angeschlossenen Benutzer lizensiert, die Lizenz ist jährlich zu erneuern und beinhaltet Support und Updates auf die aktuelle Version. Spoon-Studio, das “Paketierungstool” wird einmalig lizenzsiert, nach Ablauf des ersten Jahres sind jährliche Maintenance-Kosten einzuplanen, die mit 25% deutlich unterhalb der üblichen Verfahren sind.
Der Spoon-Server wird auf einem beliebigen Windows-Server installiert, Port:80 (für die Anwendungen) und Port:81 (Administration) sollten nicht durch einen lokalen Web-Server belegt sein, allerdings lässt sich der Server auch für andere Ports wie z.B. 8080 und 8081 einrichten. Am Server kann man (mit Spoon-Studio) vorbereitete Apps einbinden und “publizieren”. Später sind offenbar verschiedene Server-Rollen vorgesehen (Content, Manager, Portal), aber dies ist wohl noch in der Entwicklung. Ebenso gibt es noch keine Möglichkeit, Anwendungen nur bestimmten Benutzern zuzuweisen (bei App-V z.B. über AD-Gruppen)
, auch hier ist also noch viel Entwicklungsspielraum gegeben. Ansonsten gestaltet sich die Administration als einfach und unkompliziert.
Für den Benutzer sieht es im Web-Browser dann so aus:
Einfaches Anklicken der Applikation (sortiert nach Kategorien) reicht, falls noch nicht das Add-On für den Web-Browser installiert ist, erfolgt dies umgehend und die Applikation wird in der Sandbox gestartet. Das erstmalige Herunterladen dauert ein wenig, ist dann aber im lokalen Cache für weitere Programmstarts verfügbar. Getestet habe ich übrigens mit unserem “Officemaster-Report”, ein Tool mit Reporting-Funktion, Anbindung an SQL-Server und diverse Fileshares – es klappt hervorragend.
Vorbereitet werden die Apps mit dem Spoon-Studio: Hier stehen dem Entwickler drei Optionen zur Verfügung: Als erstes stehen Templates für bekannte und verbreitete Applikationen zur Verfügung (z.B. Office 2007,Office 2010 u.a.), im Weiteren kann man eine normale Programminstallation “mitschneiden” und aus dem Delta der Veränderungen die Spoon-App erzeugen und für “Puristen” gibt es die Möglichkeit, alle notwendigen Dateien, Shortcuts u.ä. manuell in einer “Sandbox” zusammenzustellen und daraus eine Spoon-App zu generieren. Also alles mit etwas Einarbeitung für jeden handhabbar.
Spoon-Studio wird am Besten auf einer virtuellen Maschine installiert, die sich nach dem Mitschnitt problemlos zurücksetzen lässt.
Resumé: Wenn ich Spoon mi App-V vergleiche, dann ist natürlich App-V das ausgereiftere Produkt, allerdings muss vorher auf jedem PC der App-V-Client installiert werden. Das erspare ich mir bei Spoon, das Browser-AddOn wird einfach bei Bedarf automatisch installiert: fertig. Für alle, die auch große Standard-Applikationen einfach bereitstellen wollen (siehe Office u.a.), ist Spoon eine tolle Empfehlung!
Spoon ist schon ein tolles Produkt zur Virtualisierung, habe mir gerade auch mal die Trial heruntergeladen und getestet. Aber wie kann ich mit Spoon Studio ein Programm virtualisieren und dann in den Server importieren? Ich kann ja nur .exe oder .svm exportieren und der Server benötigt .spoon als Datei.
Auch lässt sich Google Chrome anscheinend nicht virtualisieren, bei der Ausführung tritt immer ein Fehler bei mir auf